Montag, 17. September 2007

Clown Beppo


Beppo ist unzufrieden. Sein Auftritt war nicht lustig und gestern ist sein Meerschweinchen gestorben. Morgen wird er einen Kindergeburtstag bei Mc Donalds begleiten, vielleicht heitert ihn das wieder auf.

Sonntag, 16. September 2007

Hellechino


"Wir präsentieren: Den Schimpansen Michael Jackson und seinen furchtlosen Dompteur Hellechino!"

"Schlangenmenschen...und kleine Äffchen!"

Ein Zirkus (lat.: Kreis, Plural: Zirkusse) – oder auch Circus – ist ein oder Unterhaltungsunternehmen, eine Gruppe von Artisten, die eine Vorstellung mit verschiedenen artistischen Darbietungen (Akrobatik, Clownerie, Zauberei, Tierdressuren) zeigt.


Klee geht in den Zirkus.

Zirkus Klee

Masqueradé


"Ein Jongleur führt durch das Programm"

shooting star

Samstag, 8. September 2007

Atelierbesuch II "Mehr Tier als Mensch"

Äußerlich unverändert auf dem Boden liegend, völlig erschöpft und in etwas gekleidet, was verdächtig nach einer Uniform aussieht. Die Farbe: Senfgelb. Der Raum ist eine Art Küche, die Kochzeile befindet sich allerdings in der Mitte des Raumes, umgeben von mehreren Kühlschränken, die teils offen stehen. Die großen Fenster sind ebenfalls geöffnet und es ist eine Art Flaschenzug- Konstruktion zu erkennen, durch die sich beide offensichtlich Wasser und Nahrung verschaffen. Links im Raum sind mehrere Stangen zu sehen, es scheint so etwas wie eine Voliere zu sein, aber keine Vögel. Da ist nichts mehr. Die Geräusche, so stellt sich später heraus, stammen von unzähligen Bratpfannen, die auf einem großen Haufen neben der Küchenzeile angehäuft sind.

Das Gehirn von vincent.klee scheint tot, Scheintod, flankiert von Omnipotenzfantasien und rücksichtsloser Reflexion gesellschaftlicher Zustände.

Ähnlichkeiten mit anderen Künstlern, wie Takashi Murakami scheuen sie trotzdem:„Wir lassen uns da nicht in eine Schublade stecken“,sagen sie und fügen voller Inbrunst hinzu“: Wir haben auch soziale und gesellschaftspolitische Ansichten und Ziele, die sich mit der sinnentleerten Gegenwartskunst nicht in Einklang bringen lassen.“ Diese sei, so stellen sie lakonisch fest, „nur Gekleckse“. Auf die Frage, ob sie bei der hochintellektuellen Gesellschaftsreflexion, zwischenzeitlich ihre eigene vergessen haben, ist nur ein lapidares „Das hatten wir sowieso nie nötig“ zu hören.


Das junge Haus-Reh "Lübke" im Atelier.

Bei einem Singapor-Sling in der heimeligen grün-braunen Sitzecke mit Karomuster wird lieber über die „wilden“ Eighties schwadroniert. Nebenbei wird „Lübke“ gestreichelt, das Haus-Reh. „Er war mal drei Meter groß, ist aber inzwischen geschrumpft, das ist bei dieser Gattung so“. Lübke kaut zufrieden. „Wir haben ihn gekauft, als wir ‚Reh im Klostergarten’ nachstellen wollten. Wir mussten ihm Beruhigungsmittel verabreichen, damit er endlich liegen blieb.“


Im Dritten Teil: vincent.klee berichten über ihre tragende Rolle im Kunstbetrieb der 80er- Jahre.


Sonntag, 2. September 2007

„Mach es wie die Sonnenuhr, zähl den Mops im Haferstroh“


Atelierbesuch Vincent.Klee
Zeit-Magazin (5/2007)
Von Peter Schnitzel


Es schlägt einem ein dumpfer Lärm entgegen, betritt man das „Atelier“ der Künstlergemeinschaft vincent-klee. Der Name, eine krude Mischung aus toten Künstlern des 19. Jahrhunderts, scheint das einzige zu sein, was die beiden Artisten (Hochseilturnen) noch zusammenhält und vielleicht ist es ja doch nur der Bindestrich. Der vormalig reinweiße Vorraum ist voll gespritzt mit roter Farbe, die über und über auf dem Boden und an den Wänden verteilt ist.

Ihre Disposition zu teuren Konsumgütern lässt sich die Kunstgemeinschaft einiges kosten und nun liegen sie verstreut auf dem Boden, Kaviar in kleinen Döschen oder, wie es vincent, der erste Teil des Duos zu nennen pflegt, „Fischmüll“.
Der Glastisch rechts ist zerbrochen und steht in der Ecke, traurig funkelnd mit großen Scherben. Beim Durchschreiten des großzügig bemessenen Raumes, wird gewahr, was eigentlich passiert: Die Haustür stand offen, der Lift kam in quälender Gelassenheit, die Räume sind nur durch ihn zugänglich, ein Nadelöhr.

Die Geräusche schwellen an. Seit sie ihre Bilder nicht mehr hunderttausendfach verkaufen, ist ihr Image der unbeschwerten Lausbuben der Kunst dahin. Die Depression legte sich Ende der 90er – Jahre wie ein schwarzes Tuch über die Bilder, die teilweise nur noch mit Nahrungsmitteln entstanden. Die New-Economy-Blase war geplatzt, und das nicht nur an der Börse. Die Mäzene wandten sich ab, aber vincent-klee hatte sich genug Geld beiseite geschafft um überleben zu können.

Unter Kennern gewann der Begriff „Beutekunst“ plötzlich neue Bedeutung. „Die Hamster von der Weser“ schoben sich das Geld in ihre dicken Bäckchen und blieben im Laufrad, abgeschieden von der Öffentlichkeit. Ausgebrannt, thematisch am Ende. Die, von ihnen entfachte, einstige Revolution der Moderne war im Sande verlaufen. Blut, Schweiss und Tränen vermischten sich zu Dreck.


Ehemalige Superstars vincent-klee:
„Mach es wie die Sonnenuhr, zähl den Mops im Haferstroh“


Es ist die typische Kunstkarriere: Mit drei bekommen vincent-klee den ersten Wachsmalstift geschenkt. Mit sieben sind die ersten Bilder verkauft.
Gefangen in einer faschistischen Diktionsmaschine wird der Name vincent-klee ausgeschlachtet und verramscht wie ein Schnäppchen beim Teleshopping. Zu dieser Zeit sind sie, wie sie selbst später sagen, eine Mischung aus Britney Spears und Bubbles, dem toten Affen von Michael Jackson. Jetzt: Hunderte Bilder stehen in einem Nebenraum in Reih und Glied, früher Millionen wert und der Lärm wird noch lauter, ein Scheppern und Dröhnen , schon fast schrill und reißt plötzlich ab, metallisch dröhnt es in den Ohren. Noch durch die große Flügeltür, die über und über beschmiert ist mit Undefinierbarem und dann sind sie da.

Zweiter Teil folgt.